Schwarze Zahlen mit Web 2.0?

 

München (pte/05.04.2007) - Obwohl derzeit die Web 2.0-Portale wie Pilze aus dem Boden schiessen und auch recht hohe Nutzerzahlen verzeichnen können, bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit unbeantwortet. Portale wie MyVideo.de, last.fm, studiVZ oder lokalisten.de präsentieren zwar stolz ihre Userzahlen, über den finanziellen Erfolg schweigen sich die Betreiber jedoch aus. "Ich sehe, dass der soziale Community-Gedanke des Web 2.0 und die Kommerzialisierung sich derzeit einander annähern. Es bleibt aber bis zum heutigen Tag dabei: Der sicherste Weg, um mit Web 2.0/Social Software Geld zu verdienen, ist der, darüber zu schreiben und zu referieren", so Stefan Heng, Analyst bei der Deutschen Bank, gegenüber pressetext.

 

Last.fm www.last.fm, das nach eigenen Angaben weltweit größte und am schnellsten wachsende Online-Netzwerk zum Thema Musik, hat sein Geschäftsmodell auf drei Säulen aufgebaut. Die Einnahmen werden nach Aussage von last.fm durch Affiliate-Verkäufe, Abos für Extra-Features und klassische Werbung auf der Homepage erzielt. Das Portal verzeichnet im deutschsprachigen Raum 1,5 Mio. User, weltweit sogar 15 Millionen. Der größte Markt sind die USA, gefolgt von Großbritannien, Deutschland, Japan, Polen und Brasilien. Ob die 2002 gegründete Webseite jedoch bereits schwarze Zahlen schreibe, will man gegenüber pressetext nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren.

Ein weiteres Beispiel ist MyVideo.de www.myvideo.de. Die deutsche "Kopie" von YouTube wurde im April 2006 gestartet und bietet mittlerweile über 500.000 Videos zum Download an. Über sieben Mio. Videos werden laut eigenen Angaben täglich angesehen und täglich kommen rund 7.000 neue Videos hinzu. Bereits 20 Mitarbeiter umfasst das Team von MyVideo. Doch auch hier sind die Informationen über die Wirtschaftlichkeit rar: "Unsere finanziellen Verhältnisse werden nicht kommuniziert", heißt es gegenüber pressetext.

Im Mai 2005 wurde von fünf Freunden aus München das Portal lokalisten.de www.lokalisten.de gegründet, das ein virtuelles Wohnzimmer anbietet und mittlerweile in fast allen deutschsprachigen Städten aktiv ist. Mehr als 600.000 User sind bereits registriert, zehn Mitarbeiter beschäftigt. Fragt man nach den finanziellen Hintergründen, stößt man aber auch hier auf eine Mauer des Schweigens. Und auch beim "facebook-Klon" studiVZ www.studivz.net , das über 1,9 Mio. aktive Nutzer verzeichnet, gibt man sich bedeckt. Das Studierenden-Netzwerk wurde im Oktober 2005 gegründet und von der Holtzbrinck-Verlagsgruppe laut Spiegel um 85 Mio. Euro übernommen. Klassische Medienhäuser sind quasi dazu verdammt, sich mit dem Nutzermagnet Web 2.0 zu befassen. Ob sich der Einstig in Web 2.0 auszahlt, wird die Zukunft zeigen.

 

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